Auto- und Elektroindustrie forcieren einheitliche Standards
|
| ![]() Die Normungsroadmap Elektromobilität (Grafik: NPE/E-Mobility-21.de) |
Frankfurt M., 09.02.12-13:15 - Die beiden deutschen Schlüsselbranchen Automobilindustrie und Elektroindustrie haben auf dem Weg zu international einheitlichen Standards in der Elektromobilität einen wichtigen Schritt nach vorn gemacht.
Fachleute führender Verbände haben jetzt Normungsvorhaben festgelegt, die künftig die sichere Anbindung von Elektroautos an ein intelligentes Stromnetz („Smart Grid“) sicherstellen. Diese in einer „Roadmap“ zusammengefassten Vorhaben schaffen die Grundlage für das Laden von Elektrofahrzeugen zu bestimmten Zeiten, in denen die Stromnachfrage eher gering ist, um so die Integration erneuerbarer Energien stärker zu ermöglichen und zu beschleunigen.
Die Festlegung der grundlegenden Vorhaben sind Hauptbestandteile der zweiten Stufe der „Normungs-Roadmap Elektromobilität“, die die vom Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE) getragene DKE Deutsche Kommission Elektrotechnik-Elektronik-Informationstechnik im DIN, das Deutsche Institut für Normung (DIN) sowie der Verband der Automobilindustrie (VDA) jetzt verabschiedet haben.
Die Experten der Branchenverbände haben unter der Federführung der DKE eine Einigung über die künftigen Normen erzielt, die für innovative Konzepte zum schnellen und sicheren Aufladen von Elektro-Autos zu Hause und unterwegs notwendig sind. Darüber hinaus enthält die Normungs-Roadmap Projekte zum Datenschutz, die sicherstellen, dass beim Ladevorgang keine personenbezogenen Daten erfasst oder übertragen werden.
Im Sinne einer raschen Marktdurchdringung sei es nunmehr notwendig, dass für alle am Aufbau der Elektromobilität beteiligten Partner weltweit einheitliche Normen gelten, betonten die beteiligten Verbände. Dabei müssen die Interessen der Nutzer im Fokus stehen. Die Verbände streben mit Unterstützung der Politik daher an, eine weltweite Beteiligung und Akzeptanz der „Normungs-Roadmap“ herzustellen. Gerade im Bereich der Ladeinfrastruktur sei eine weltweite Harmonisierung der technischen Normen von großer Bedeutung, so die Autoren der zweiten Stufe der Roadmap. So müsse die Lademöglichkeit für Elektrofahrzeuge stets gegeben sein, unabhängig vom Hersteller und Standort.
Für die sichere, reibungslose und zügige Einführung der Elektromobilität sind Normen und Spezifikationen unerlässlich. Sie garantieren die Nutzung einheitlicher Schnittstellen unter anderem zwischen E-Auto und Ladesäule, den sicheren Umgang mit Elektroautos beim Ladevorgang sowie eine durchgehend hohe Qualität der Elektromobilität von der Fahrzeugproduktion bis zur täglichen Nutzung.
Die für die Normung zuständige Arbeitsgruppe 4 der Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE) hatte im Herbst 2010 die erste Version für eine deutsche Normungs-Roadmap beschlossen. Darin waren die dringlichsten Aufgaben und Ziele für eine bedarfsgerechte Normung der Elektromobilität festgelegt. Mit der Version 2 wurde diese überarbeitet und erweitert.
Die zweite Version der Deutschen Normungs-Roadmap Elektromobilität steht unter http://www.elektromobilitaet.din.de/sr/normungsroadmap_version2 zum Download bereit.
Willkommen im Smart Grid-Portal
Smart Grids sind intelligente Stromnetze. Durch die Kombination von Energie- und Kommunikationsnetzen sind neue Formen der Netzsteuerung möglich, die eine effizientere Nutzung und Verteilung der erzeugten Energie, die Einbindung vieler dezentraler Energieerzeuger, Lastflüsse in beiden Richtungen, Integration von Elektroautos und neue Geschäftsmodelle gestatten. Experten schätzen den Umsatz der durch Smart Grid-Lösungen erzielt wird etwa 100-mal höher ein als beim Internet. So sollen intelligente Stromnetze nicht nur die Einspeisung von Energie aus vielen dezentralen Quellen (Erneuerbare Energien) übernehmen, sondern auch die Steuerung von elektrischen Verbrauchsgeräten im Haushalt (Smart Home). Auch das Management großer Solar- oder Windenergieanlagen sowie die Einbindung von Elektroautos als virtuelle Speicher im Netz ist ohne den Einsatz von IT- und Telekom-Techniken nicht denkbar. Der wachsende Anteil von Strom aus dezentralen Energiequellen und das Zusammenwachsen von Elektroauto, IT-, Strom- und Verkehrsnetz zu einem innovativen System bringen das konventionelle Stromnetz an die Grenze der Netzstabilität. Denn die klassische Netzarchitektur mit seiner hierarchischen Struktur und großen zentralen Kraftwerken ist für starke Lastschwankungen, wie sie beispielsweise bei Windkraftanlagen auftreten, oder gar für die Umkehr von Lastflüssen, wie sie bei der Einbindung dezentraler Erzeuger (Haushalte) und Energiespeicher (E-Auto) vorkommen, nicht ausreichend. Erst intelligente Netze (Smart Grids) mit Energieinformationsnetzen und -systemen als wesentlichem Bestandteil schaffen die Voraussetzung dafür – und gelten dank technologischer Spitzenpositionen laut VDE als potentieller Exportschlager Made in Germany.